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Just published: Hoffmann/Bombe: Die Rechtsfolgen von Verstößen gegen die Geoblocking-VO, EuZW 2020, S. 131-140

Durch die Geoblocking-VO werden seit 2018 bestimmte private Diskriminierungen aufgrund von Staatsangehörigkeit oder Wohnsitz im Binnenmarkt verboten. Betroffen sind vornehmlich, aber nicht ausschließlich Verhaltensweisen im Onlinehandel. Obwohl die Verordnung gegenüber den privaten Anbietern unmittelbar anwendbar ist, regelt sie weder die Verhängung von Sanktionen noch privatrechtliche Ansprüche der Kunden, sondern enthält nur einen an die Mitgliedstaaten gerichteten Regelungsauftrag. Der Beitrag analysiert die vom deutschen Gesetzgeber zu dessen Umsetzung vorgesehenen telekommunikationsrechtlichen Vorschriften und zeigt auf, dass diese vor allem bei grenzüberschreitenden Sachverhalten keinen hinreichenden Anwendungsbereich haben, um der Diskriminierung deutscher Gebietsansässiger wirksam zu begegnen. Es bedarf daher der Anerkennung ergänzender privatrechtlicher Sanktionen, die im Wege der Rechtsfortbildung aus dem allgemeinen Zivilrecht heraus zu entwickeln sind, sowie der Schaffung einer spezifischen Kollisionsnorm für die neuen Ordnungswidrigkeitstatbestände im TKG.

 

Since 2018 the geo-blocking Regulation prohibits (under certain conditions) discrimination by private traders on the basis of nationality or residence in the internal market of the EU. This affects primarily, but not exclusively, behaviour in online trading. Although the Regulation is directly applicable to private parties it does not address the applicable sanctions or civil-law claims by customers. It contains only a regulatory mandate addressed to the Member States. The article analyses the transposition provisions that were inserted into German telecommunications law and shows that these provisions lack the necessary scope to effectively counteract discrimination against German residents, especially in cross-border cases. Therefore, it is necessary to develop additional sanctions under private law by applying general provisions of civil law and to create a specific conflict-of-law rule to determine the international applicability of the transposition provisions in the German Telecommunications Act (TKG).